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Unternehmenskultur

Dominik Bernauer
Unternehmenskultur – Definition, Beispiele, Modelle, Optimierung & Ausblick

Die Unternehmenskultur ist gewissermaßen das Herzstück jedes Unternehmens. Sie umfasst die Werte, Normen und Praktiken, die das Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prägen. Stell sie Dir wie eine unsichtbare Kraft vor. Sie bestimmt, wie Arbeit ausgeführt wird, wie Entscheidungen getroffen werden und wie Menschen miteinander interagieren.

In einer starken Unternehmenskultur fühlen sich alle Menschen im Unternehmen zu einem gemeinsamen Ziel hingezogen. Sie teilen eine Reihe von Überzeugungen und Werten, die ihr tägliches Handeln leiten. Unternehmenskultur ist die Grundlage für Motivation, Engagement und Zufriedenheit im Berufsleben. Vorausschauende Unternehmen erkennen die Macht, die von einer positiven Kultur ausgeht. Und fördern entsprechend eine Umgebung, in der Innovation, Respekt und Teamarbeit im Vordergrund stehen.

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Unternehmenskultur: Eine Definition

Eine kurze Definition des Begriffs Unternehmenskultur könnte etwa so aussehen:

Unternehmenskultur bezeichnet, die tief verwurzelten, oft unbewussten Grundannahmen, Wertvorstellungen und Verhaltensweisen, die in einem Unternehmen über einen längeren Zeitraum Bestand haben und von allen Mitarbeitenden geteilt werden. Sie manifestiert sich in Symbolen, Ritualen, Mythen und Praktiken und beeinflusst maßgeblich, wie Entscheidungen getroffen und Probleme gelöst werden.

Modelle für Unternehmenskultur

Unternehmenskultur ist allerdings nicht gleich Unternehmenskultur. Den Umständen gemäß gibt es vermutlich so viele Kulturen, wie es Unternehmen gibt. Und trotz aller Gemeinsamkeiten, die Unternehmen haben mögen, gibt es natürlich enorme Unterschiede. So unterscheiden Organisationen schon rein grundsätzlich durch ihre unterschiedlichen Größen, Branchen, Strukturen sowie Ziele, die sie verfolgen. Und so haben sich über Jahrzehnte verschiedene Modelle entwickelt. Diese Vielfalt der Modelle ermöglicht es Unternehmen, das für sie am besten geeignete Modell zu wählen. Es dient dann als Rahmen für die Gestaltung ihrer eigenen, einzigartigen Unternehmenskultur.

Zu den bekanntesten dieser Modelle gehören die folgenden:

Unternehmenskultur – Definition, Beispiele, Modelle, Optimierung & Ausblick

Das Eisbergmodell einfach erklärt

Eins der am häufigsten verwendeten Modelle, um die Unternehmenskultur zu veranschaulichen, ist das Eisbergmodell. Das von Edgar Schein populär gemachte und in die Betriebswirtschaftslehre eingeführte Modell vergleicht die Kultur mit einem Eisberg. Der über der Wasseroberfläche sichtbare Teil des Eisbergs repräsentiert die offensichtlichen Aspekte der Kultur. Etwa Verhaltensregeln, Dresscodes, Büroeinrichtungen und Rituale. Dieser sichtbare Teil macht jedoch nur einen kleinen Anteil aus. Der weitaus größere, unter der Wasseroberfläche verborgene Teil des Eisbergs steht für die tiefer liegenden Elemente der Unternehmenskultur. Es sind die Elemente, die meist nicht direkt wahrnehmbar sind. Dazu gehören die grundlegenden Annahmen, Werte, Einstellungen und Gefühle, die das Verhalten der Mitarbeitenden prägen. Dieses Modell verdeutlicht, dass die eigentliche Unternehmenskultur größtenteils unsichtbar ist und tiefer reicht als die offenkundigen Artefakte. Um die Kultur in ihrer Gänze zu verstehen, gilt es, die verborgenen Aspekte zu erkennen und zu berücksichtigen.

Toxische Kultur erkennen und optimieren

Unternehmenskulturen sind leider nicht von Natur aus positiv. Das Gegenteil einer positiven Unternehmenskultur ist die toxische Unternehmenskultur. Sie zeichnet sich durch ein Umfeld, das dem Wohlbefinden und der Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden schadet, aus. Warnzeichen sind etwa mangelnde Kommunikation, Misstrauen, übermäßiger Druck ohne Unterstützung, Mobbing, geringe oder fehlende Wertschätzung sowie fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. Solch eine giftige Atmosphäre führt in der Regel zu hoher Fluktuation, Frust, Burn-out und letztlich zu schlechten Geschäftsergebnissen.

Um eine toxische Kultur zu überwinden, müssen Unternehmen zunächst die Ursachen identifizieren. Oft liegen diese in einer dysfunktionalen Führung oder veralteten Strukturen begründet. Durch offene Kommunikation, Mitarbeiterumfragen und eine Neuausrichtung der Werte und Verhaltensweisen, lässt sich eine positive Kultur aufbauen. Maßnahmen wie Coaching, Teamentwicklung, Qualifizierung sowie eine offene Fehlerkultur sind hierfür wichtige Bausteine. Letztlich muss eine Kultur des Vertrauens, der Wertschätzung und der kontinuierlichen Verbesserung von allen Beteiligten gelebt werden.

Entwicklung einer positiven Unternehmenskultur

Um die eigene Kultur zu optimieren, ist es zwingend notwendig, den Ist-Zustand zu analysieren. Diese Null-Messung ermöglicht die notwendigen Maßnahmen zur späteren Optimierung. Grundsätzlich ist die Entwicklung einer positiven Unternehmenskultur ein langfristiges Projekt, das nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Es erfordert kontinuierliche Anstrengungen und die Bereitschaft, tief verwurzelte Denk- und Verhaltensmuster zu hinterfragen und anzupassen. Nach der Optimierung ist dabei immer vor der erneuten Messung. Denn nur so werden wir Fortschritte in der Entwicklung sichtbar.

Im Folgenden zeigen wir einige Methoden, die Arbeitgeber zur Messung ihres Ist-Zustands einsetzen können:

Anschließend identifizieren sie Stärken und Schwächen.
Mangelt es an:

Zur Entwicklung einer positiven Kultur sind unter anderem folgende Maßnahmen sinnvoll:

Wie bereits erwähnt: Eine positive Kultur entsteht nicht durch einzelne Aktionen, sondern durch beharrliche Arbeit auf allen Ebenen der Organisation.

Ausblick: Reflexion über zukünftige Trends im Bereich Unternehmenskultur

Vorausschauende Unternehmen erkennen, dass sich die Anforderungen an eine attraktive Unternehmenskultur kontinuierlich weiterentwickeln. Um nicht nur die bestehende Belegschaft zu halten, müssen sie ihre Kultur an aktuelle Trends anpassen. Dies ist insbesondere notwendig, um auch für nachfolgende Generationen ein begehrter Arbeitgeber zu sein. Flexibilität, Diversität, Purpose und Nachhaltigkeit werden dabei eine zentrale Rolle spielen. Flexible Arbeitsmodelle wie mobiles Arbeiten und selbstbestimmte Zeiteinteilung gewinnen an Bedeutung. Eine offene, vielfältige Kultur, die unterschiedliche Perspektiven wertschätzt, wird zum Wettbewerbsvorteil. Zudem erwarten insbesondere jüngere Generationen eine Ausrichtung auf Umweltschutz und gesellschaftliche Verantwortung. Unternehmen, die frühzeitig eine agile, inklusive und nachhaltige Kultur aufbauen, werden bei Fachkräften und Talenten die Nase vorn haben. Weiterhin werden unter anderem diese Aspekte einen positiven Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens haben. 

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Corporate Culture FAQ

Was ist Unternehmenskultur?

Unternehmenskultur bezeichnet die gemeinsamen Werte, Normen und Praktiken, die das Verhalten und die Interaktionen aller Mitarbeiter in einem Unternehmen bestimmen. Sie manifestiert sich darin, wie Arbeit erledigt wird, in den zwischenmenschlichen Beziehungen, in der Art der Führung und in den geteilten Werten und Normen. 

Warum ist Unternehmenskultur wichtig?

Eine starke Unternehmenskultur fördert die Zufriedenheit und Produktivität der Belegschaft. Sie zieht Talente an, schafft ein Gefühl der Verbundenheit und bindet Personal langfristig ans Unternehmen. Eine bewusst gepflegte und positive Kultur erhöht außerdem die Mitarbeiterzufriedenheit, fördert Innovation und verbessert die wirtschaftliche Performance. 

Wie lässt sich Unternehmenskultur optimieren?

Um die eigene Unternehmenskultur zu optimieren, ist es zwingend notwendig, den Ist-Zustand zu analysieren. Diese Null-Messung ermöglicht die notwendigen Maßnahmen zur späteren Optimierung. Die Entwicklung einer positiven Unternehmenskultur ist ein langfristiges Projekt, das kontinuierliche Anstrengungen und die Bereitschaft erfordert, tief verwurzelte Denk- und Verhaltensmuster zu hinterfragen und anzupassen. 

Welche Modelle gibt es zur Unternehmenskultur?

Es gibt verschiedene Modelle zur Unternehmenskultur, wie etwa das Eisberg-Modell von Edgar Schein. Dieses Modell verdeutlicht, dass die eigentliche Unternehmenskultur größtenteils unsichtbar ist und tiefer reicht als die offenkundigen Artefakte. Um die Kultur zu verstehen, gilt es, die verborgenen Aspekte wie Werte und Grundannahmen zu erkennen.  Über dieses Modell hinaus gibt es etliche weitere Modelle, die als Rahmen für eine individuelle, einzigartige Unternehmenskultur dienen können.

Wie zeigt sich Unternehmenskultur im Arbeitsalltag?

Die Unternehmenskultur zeigt sich im Umgang mit Konflikten und Fehlern, in der Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen, im Kommunikationsverhalten, in der Wertschätzung von Leistung, im Umgang mit Stakeholdern, in der Risikobereitschaft, in der Feedback-Kultur und in der Familienfreundlichkeit. 

Wie lässt sich Unternehmenskultur messen?

Es gibt eine breite Palette an Möglichkeiten, wie Unternehmen ihre Unternehmenskultur messen, bewerten und verbessern können.
Dazu gehören Mitarbeiterbefragungen, bei denen Feedback zur Kultur eingeholt wird, sowie 360-Grad-Feedback, das eine umfassende Perspektive liefert. Kultur-Audits (etwa das Great Place to Work® Kultur Audit) können Schwachstellen aufdecken. Während Workshops und Trainings das Bewusstsein für die gewünschte Kultur schärfen. Die Entwicklung der Führungskräfte ist ebenfalls wichtig, um sicherzustellen, dass sie die gewünschte Kultur vorleben. Feedback- und Anerkennungssysteme fördern zusätzlich positive Verhaltensweisen.

Welche Rolle spielt Unternehmenskultur im Recruiting?

Umfragen zeigen, dass viele Bewerbende an der Kultur ihres zukünftigen Arbeitgebers interessiert sind. Die Kultur ist darüber hinaus – im Vergleich zu anderen Faktoren wie Gehalt – ein zunehmend wichtiger Entscheidungsfaktor für oder gegen einen Arbeitgeber. Eine schlechte Unternehmenskultur kann weiterhin der Auslöser für einen Arbeitgeberwechsel sein.

Wie beeinflussen Führungskräfte die Unternehmenskultur?

Führungskräfte haben einen großen Einfluss auf die Unternehmenskultur, da sie die Werte und die Kultur durch ihr Vorbild und ihre Entscheidungen prägen und vorleben. Eine gute Unternehmenskultur beginnt bei einer Führung, die die Werte der Organisation verkörpert. 

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