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Human Companionship: Der HR-Trend der Zukunft

Dominik Bernauer
Human Companionship: Der HR-Trend der Zukunft

Bislang ist der Bereich Human Relationship (aka Human Resources oder kurz HR) meist für bürokratische Abhandlungen oder der Rekrutierung neuer Mitarbeitender bekannt. In den kommenden Jahren könnte sich diese Fixierung jedoch in Richtung Human Companionship ändern.

So werden etwa fortschreitende technologische Entwicklungen viele administrative HR-Aufgaben automatisieren. HR wird sich damit grundlegend verändern. Human Companionship sorgt dafür, dass die Mitarbeitenden als Menschen und ihre persönliche Entwicklung verstärkt in Mittelpunkt rücken. Mitarbeitende im HR könnten sich dann verstärkt um die Belange ihrer Kollegen kümmern. Die Begleitung der individuellen Karrierewege sowie die berufliche wie persönliche Entwicklung könnte dann eine der Hauptaufgaben im HR werden.

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Worum geht es beim dem Trend?

„Human Companionship“ ist die Reaktion auf die steigende Komplexität und die sich verändernden Anforderungen in der Arbeitswelt. Dafür gibt es diverse Gründe. Die Ansprüche der Mitarbeitenden sind dabei nur einer dieser Gründe. Wenngleich auch einer der wichtigsten.
Es geht bei dem Trend um eine individuelle, ganzheitliche und tendenziell freundschaftliche Unterstützung der Belegschaft. Weg von bloßer Abwicklung, hin zu aktiver Unterstützung. Oder anderes gesagt: vom reinen Ressourcen-Management zu HR als Partner, der individuelle Entwicklungen aller Mitarbeitenden begleitet.
Human Companionship beschreibt damit einen neuen Ansatz für die Rolle der Personalabteilung (HR) in Unternehmen. Der Trend wurde nicht von einer einzelnen Person oder Organisation begründet. Vielmehr ist er eine Reaktion auf diverse, übergreifende Entwicklungen in der modernen Arbeitswelt.

Warum Human Companionship Unternehmen hilft

Es existieren viele Gründe, warum Unternehmen in Zukunft Human Companionship setzen sollten. Einige davon findest Du hier:

Wandel der Bedürfnisse

Arbeitnehmende haben heute andere Erwartungen an den Arbeitsplatz als frühere Generationen. Das gilt erst recht für nachfolgende Generationen. So werden Home-Office oder Hybrid-Work für die Generation Alpha selbstverständlich sein. Ein Großteil dieser Generation ist noch nicht einmal geboren. Und die, die es sind, wachsen wie selbstverständlich mit dieser Arbeitsrealität auf. Sie kennen es vom „Home-Schooling“ oder erleben die Flexibilität bei ihren Eltern. HR muss diese Entwicklungen antizipieren, damit langfristige Bindungen möglich sind.

Technologisierung und Digitalisierung der Arbeit

Die zunehmende Automatisierung und der Einsatz von Technologie wie künstlicher Intelligenz verändern die Art, wie wir arbeiten. HR will und wird sich anpassen, um Mitarbeitende in dieser neuen Arbeitsrealität zu unterstützen. Viele Routineaufgaben können in Zukunft automatisiert werden. Frei gewordene Kapazitäten können dann umverteilt werden. Da liegt es nahe, neue Aufgabenbereiche für HR zu erschließen, die dem Unternehmen als Ganzes helfen.  

Komplexität und Unsicherheit

Die Arbeitswelt wird durch Globalisierung, Krisen, häufige Umstrukturierungen und disruptive Veränderungen immer komplexer. HR muss Mitarbeitende durch diese Unsicherheiten begleiten. So könnte HR – deutlich mehr als heute –  Lebensbegleiter und Coach sein. Mitarbeitende im HR können sich deutlich mehr als bislang darauf konzentrieren, Partner für ihre Kollegen zu sein. Quasi erster Ansprechpartner für diverse Lebenslagen und Lotse für die möglichen nächsten Lebenswege. Denn bei aller Erwartungshaltung für mehr Work-Life-Balance bleibt die Arbeit ein wichtiger Bestandteil. Arbeitgeber, die Menschen langfristig binden möchten, müssen ein zuverlässiger Partner auf Augenhöhe sein.

Fachkräftemangel, Arbeiterlosigkeit und Mitarbeiterbindung

Dass sich der Wettbewerb um die besten Talente verschärft, ist ein alter Hut. Ohne attraktive Arbeitsbedingungen werden Unternehmen es in Zukunft immer schwerer haben. Sie müssen sich mit dem begnügen, was der Arbeitsmarkt hergibt. Und selbst dann sind sie nicht davon befreit, diese Menschen ebenfalls weiterzuentwickeln. Da Weiterentwicklung aber teuer ist, wäre es gut, sich rechtzeitig darum zu bemühen, attraktive Bedingungen zu schaffen. Statt auf Lösungen aus der Politik zu warten, können Unternehmen eigene Fakten schaffen. Warum nicht mehr auf Teilzeit oder flexible Modelle setzen?
Warum nicht, mehr Frauen einstellen? Menschen mit Einschränkungen oder ältere Menschen endlich einbinden und Vorbehalte abbauen? Arbeitsmodelle schaffen, die für jeden Menschen das hergeben, was zu seiner aktuellen Lebenssituation passt. So existieren mittlerweile zahlreiche Beispiele dafür, dass die 4-Tage-Woche hervorragend funktionieren kann. Martin Gaedt hat in seinem Buch „4-Tage-Woche“ 151 Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengetragen. Sie dienen als Blaupause für diverse Branchen, Unternehmensgrößen und -formen. Es muss aber nicht immer gleich die 4-Tage-Woche sein. Allein durch die Bereitschaft zum Einsatz fluider Arbeitsmodelle lassen sich viele Bedarfe decken.

Ist denn wirklich alles neu an dem Trend?

Oder gibt es nicht in vielen Unternehmen schon Ansätze in dieser Richtung?

Dieser Trend ist nicht komplett neu. Er baut auf bestehenden Ansätzen auf und bringt einige neue Aspekte mit sich. Hier sind einige Punkte, die den Unterschied zu früheren Herangehensweisen verdeutlichen:

Zusammengefasst baut der Trend auf bestehenden Erkenntnissen zur Bedeutung sozialer Bindungen auf, betont aber deren strategische Relevanz für Unternehmen. Es geht es um eine Weiterentwicklung der Unternehmenskultur hin zu mehr Menschlichkeit und Beziehungsorientierung.

Ausblick: Reflexion über zukünftige Bedeutung von Human Companionship

Der Trend „Human Companionship“ ist eine Antwort der HR-Funktion auf die vielschichtigen Veränderungen in der Arbeitswelt. Durch eine engere Begleitung und Unterstützung der Mitarbeitenden wird HR zu einem strategischen Partner, der Unternehmen zukunftsfähig macht.

In der Zukunft spielt Human Companionship eine zentrale Rolle dabei, die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung nachhaltig zu stärken. Unternehmen, die diesen Trend aktiv gestalten, profitieren unter anderem von einer inklusiveren Unternehmenskultur. Die Betonung menschlicher Beziehungen verbessert nicht nur die Zusammenarbeit, sondern voraussichtlich auch die Innovationskraft. Unternehmen, die sich auf diese Entwicklung einlassen, schaffen eine hohe Attraktivität für potenzielle Mitarbeitende ebenso wie für das Stammpersonal. Ein guter Weg, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Insbesondere vor dem Hintergrund der zu erwartenden Arbeitsmarktlage. Der Mut, neue Wege zu gehen und gezielt auf den Human Companionship Ansatz zu setzen, zahlt sich langfristig aus. Er trägt zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sowie einer positiven Transformation der Arbeitswelt als Ganzes bei.

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Human Companionship FAQ

Was bedeutet “Human Companionship” im HR-Kontext?

Human Companionship im HR beschreibt einen Ansatz, bei dem die Personalabteilung als strategischer Partner agiert, der Mitarbeitende ganzheitlich unterstützt und begleitet. Es geht darum, eine freundschaftliche und unterstützende Beziehung zu den Mitarbeitenden aufzubauen und sie in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu fördern.

Warum ist der Trend zu Human Companionship wichtig?

Der Trend zu Human Companionship ist wichtig, weil sich die Bedürfnisse der Mitarbeitenden ändern. Mit fortschreitender Technologisierung und Digitalisierung werden viele administrative Aufgaben automatisiert, wodurch HR sich mehr auf die individuelle Unterstützung der Mitarbeitenden konzentrieren kann. Dies trägt zur langfristigen Bindung und Zufriedenheit der Mitarbeitenden bei.

Welche Vorteile bringt Human Companionship für Unternehmen?

Human Companionship stärkt die Mitarbeiterbindung, verbessert die Arbeitszufriedenheit und fördert eine inklusivere Unternehmenskultur. Es hilft Unternehmen, sich an die veränderten Bedürfnisse der Arbeitswelt anzupassen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, indem sie als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden.

Wie unterscheidet sich Human Companionship von traditionellen HR-Ansätzen?

Im Gegensatz zu traditionellen HR-Ansätzen, die oft auf bürokratische und administrative Aufgaben fokussiert sind, betont Human Companionship die persönliche Beziehung und Unterstützung der Mitarbeitenden. Es zielt darauf ab, echte Partnerschaften zu bilden und Mitarbeitende ganzheitlich auf ihrem Karriereweg zu begleiten.

Wie kann HR Human Companionship in die Praxis umsetzen?

HR kann Human Companionship umsetzen, indem sie regelmäßige Gespräche zur Karriereentwicklung anbietet, flexible Arbeitsmodelle unterstützt, eine offene Kommunikationskultur fördert und als vertrauenswürdiger Ansprechpartner für persönliche und berufliche Belange der Mitarbeitenden agiert.

Welche Rolle spielt Technologie im Kontext von Human Companionship?

Technologie spielt eine wesentliche Rolle, indem sie administrative Aufgaben automatisiert und HR mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Mitarbeitenden lässt. Tools zur Mitarbeiterkommunikation und -unterstützung können ebenfalls dazu beitragen, den Ansatz des Human Companionship zu erleichtern und zu verbessern.

Wie trägt Human Companionship zur Mitarbeiterbindung bei?

Human Companionship trägt zur Talentbindung bei, indem es eine unterstützende und entwicklungsorientierte Arbeitsumgebung schafft. Mitarbeitende fühlen sich wertgeschätzt und gefördert, was ihre Loyalität und Zufriedenheit erhöht und die Wahrscheinlichkeit verringert, dass sie das Unternehmen verlassen.

Wie trägt Human Companionship zur Retention bei?

Human Companionship trägt zur Retention bei, indem es eine unterstützende und entwicklungsorientierte Arbeitsumgebung schafft. Mitarbeitende fühlen sich wertgeschätzt und gefördert, was ihre Loyalität und Zufriedenheit erhöht und die Wahrscheinlichkeit verringert, dass sie das Unternehmen verlassen.

Welche Herausforderungen können bei der Implementierung von Human Companionship auftreten?

Herausforderungen können unter anderem der Widerstand gegen Veränderungen, die Notwendigkeit von Schulungen für HR-Mitarbeitende und die Anpassung bestehender Strukturen und Prozesse sein. Es erfordert eine bewusste Kulturveränderung und kontinuierliche Anstrengungen, um den Ansatz erfolgreich zu implementieren.

Wie beeinflusst Human Companionship die Unternehmenskultur?

Human Companionship fördert eine Kultur der Offenheit, Unterstützung und Zusammenarbeit. Es betont die Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen und trägt dazu bei, Silos aufzubrechen, die Zusammenarbeit zu verbessern und eine inklusive und vertrauensvolle Arbeitsumgebung zu schaffen.

Wie sieht die Zukunft von HR mit Human Companionship aus?

Die Zukunft von HR mit Human Companionship wird stärker auf die individuelle Betreuung und Entwicklung der Mitarbeitenden fokussiert sein. HR wird als strategischer Partner agieren, der nicht nur administrative Aufgaben erfüllt, sondern aktiv zur langfristigen Bindung und Zufriedenheit der Mitarbeitenden beiträgt. Dies wird Unternehmen helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt zu erhalten.

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