Remote Work

Hybrid Work – Die Arbeitswelt der Zukunft ist hybrid

Dominik Bernauer
Hybrid Work - Die Arbeitswelt der Zukunft ist hybrid

An den Arbeitsplätzen dieser Welt findet eine Revolution statt. Die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung der Arbeit schaffen neue Möglichkeiten und Szenarien, die vor zehn Jahren noch undenkbar waren.

1. Hybride Arbeitsformen sind die Zukunft

Für viele Menschen bedeutet “zur Arbeit gehen” nicht mehr, sich anzuziehen und ins Büro zu fahren, sondern zu Hause den Laptop aufzuschlagen. Eine neue, nicht abschließend definierte Arbeitskategorie entsteht: die “Hybridarbeit”, die die klassische Büroarbeit um den Modus Remote Work erweitert.

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Corona als Brandbeschleuniger der Hybrid Work

Zwar gibt es schon lange Unternehmen, die ihren Mitarbeiter*innen zugestehen, etwa einen Tag in der Woche aus dem Homeoffice zu arbeiten. Seit Beginn der Corona-Pandemie und dem damit verordneten Homeoffice, ist die Zahl derer, die überhaupt nicht mehr oder nur selten zurück ins Büro wollen, beispiellos gestiegen. Organisationen sind nicht länger Orte, an denen Menschen für eine bestimmte Anzahl von Stunden pro Tag bezahlt werden. Sie sind viel mehr Gemeinschaften, in denen Arbeitnehmer*innen (teilweise nur noch virtuell) zusammenkommen, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Einige dieser Projekte finden heute außerhalb der normalen Arbeitszeiten oder -orte statt.

Die wohl meist beachtete Entwicklung diesbezüglich findet derzeit in den Vereinigten Staaten statt. “The great Resignation“, auch als “Big Quit” bekannt, ist eine auf Corona zurückzuführende Entwicklung auf dem dortigen Arbeitsmarkt. Studien gehen schon seit Jahren davon aus, dass Freelancer bald einen Großteil des amerikanischen Arbeitsmarktes ausmachen werden und Organisationen sich darauf besser vorbereiten sollten. Corona hat auf diese Vorhersagen jedoch wie ein Brandbeschleuniger gewirkt (s. bspw. die Studie FREELANCING IN AMERICA: 2017 (PDF) von Upwork, einer Plattform für Freelancer).

Der Hybrid Work Geist will nicht zurück in die Flasche

Während die Menschen im Homeoffice saßen und gemerkt haben, wie Arbeit auch sein kann, kamen sie auf andere Gedanken. Den Frust durch schlechte Arbeitsbedingungen möchten sie nicht mehr hinnehmen. Sie überdenken also ihr Leben und ihre Ziele und stellen fest, dass sie ihre Arbeit in Zukunft anders oder woanders machen möchten. Einer der häufigsten Wünsche ist der nach Remote-Work. Arbeit, die unabhängig von Ort und Zeit stattfindet. Die Menschen möchten diese in der Pandemie gewonnene Freiheit nicht mehr aufgeben. Die zeitliche Flexibilität ist der häufigste Grund, warum Menschen einen neuen Arbeitsplatz suchen, wie eine aktuelle Erhebung von Bankrate von August 2021 zeigt.

Wer meint, die Vereinigten Staaten seien weit weg und das Ganze für Europa kein Thema, liegt falsch. Laut einer Umfrage von SD Worx, die in mehreren europäischen Ländern durchgeführt wurde, hat Deutschland, nach UK mit 6 %, die höchste Zahl an Arbeitskräften, die ihren Job coronabedingt gekündigt haben. Fehlende Flexibilität und kein dauerhaftes Homeoffice-Angebot sind auch in dieser Studie die angegebenen Gründe. Den gleichen Eindruck vermittelt der Blick auf die Statistiken der Jobbörse Indeed. Während die Zahl der Stellenausschreibungen (in Deutschland wie auch weltweit) wächst, steigt auch die explizite Nachfrage von Arbeitssuchenden nach Homeoffice-Jobs weiter an.

Hybrid Work – Die Arbeitswelt der Zukunft ist hybrid

Annina Hering, Economist im Indeed Hiring Lab, schreibt in ihrem Blogbeitrag bei Indeed: “Seit Beginn der Pandemie ist der Anteil der Suchen nach Homeoffice-Jobs um 120 Prozent angestiegen. Ende September 2021 sind 1,6 % aller Suchanfragen auf Indeed nach Homeoffice-Jobs. Das Ende der Homeoffice-Pflicht im Sommer hat somit zu einem weiter ansteigenden Interesse am Arbeiten von Zuhause geführt.”

2. Was ist eine hybride Belegschaft und warum ist sie für die Zukunft Deiner Organisation wichtig?

Seit Jahren gibt es eindeutige Prognosen, wie der Fachkräftemangel durch die demografische Entwicklung in Deutschland stark zunehmen und zum Problem werden wird. Prophylaxe oder konkrete Gegenmaßnahmen haben entweder nicht stattgefunden oder waren unwirksam. Und plötzlich geht alles ganz schnell. Immer mehr Babyboomer gehen in Rente, der Fach- und Arbeitskräftemangel verschärft sich zunehmend und der Patient Arbeitsmarkt gerät unter den vorhergesagten Druck. Auch in Deutschland sind es nicht mehr nur die IT- und Pflegekräfte, die Recruitern in den Unternehmen Sorgen bereiten. Immer mehr Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen sind auf der Suche nach krisensicheren Jobs, die gleichzeitig eine hohe Flexibilität im Sinne von Remote Work bieten.

Fest + frei + remote = Zukunft

Damit Organisationen auch in Zukunft ihre Arbeit machen können, sind sie –  Automatisierung und künstliche Intelligenz hin oder her – zunächst weiterhin auf genau diese Menschen angewiesen. Unternehmen müssen also ihre HR-Politik sowie Recruiting-Strategien dringend überdenken und anpassen. Das gilt insbesondere hinsichtlich  der Gruppe der selbstständigen Arbeitskräfte. Die Angst vor dem bürokratischen Schreckgespenst der Scheinselbstständigkeit und seinen Folgen bremsen das Interesse an dieser Zielgruppe konsequent aus. Dabei wären gerade die Fähigkeiten und Erfahrungen dieser flexiblen und kurzfristig einsetzbaren Gruppe des Arbeitsmarktes für viele Organisationen ein Segen. Abgesehen von der Tatsache, dass für viele dieser Arbeitskräfte eine Festanstellung oft überhaupt nicht infrage kommt. Da Unternehmen hierzulande, wie auch in vielen anderen Ländern, sehr zögerlich mit dieser Situation umgehen, wird eine Lösung vermutlich extern herbeigeführt. Zwar gibt es schon länger Plattformen wie Upwork oder Fiverr zur Suche und Vermittlung von Freelancern. Doch der Markteintritt eines globalen Giganten wie LinkedIn in dieses Segment könnte die Entwicklung stark beschleunigen und steht offenbar kurz bevor. Hybrid Work, im Sinne einer stärkeren Flexibilisierung der Arbeit, könnte damit bald Mainstream werden.

Hybrid Work - Die Arbeitswelt der Zukunft ist hybrid

Mit der hybriden Belegschaft ans Ziel

Deine Organisation wird in Zukunft aus Menschen bestehen, die sehr unterschiedliche Vorlieben in Bezug auf Arbeiten und Leben haben. Einige werden fest angestellt sein wollen und gerne im Büro arbeiten. Andere Festangestellte möchten die sozialen Kontakte im Office nur an einigen Tagen in der Woche nutzen und den Rest ihrer Zeit konzentriert im Homeoffice oder Co-Working-Space verbringen. Ähnlich sieht es bei Freelancern aus. Manche Themen müssen von Angesicht zu Angesicht besprochen werden und einige dieser Menschen werden sich freuen, wenn Du ihnen einen Arbeitsplatz in Deinem Büro anbietest. Doch andere kommen dafür per se nicht infrage, weil sie am anderen Ende der Welt arbeiten. Die Kunst ist es, alle diese individuellen Wünsche so zusammenzuführen, dass sie in Einklang mit den Zielen des Unternehmens stehen.
In diesem Zusammenhang solltest Du Dich mit dem Thema “Virtual Leadership” auseinandersetzen. Gleichzeitig muss sich Deine Organisation Gedanken darüber machen, wie Recruiting und Sourcing in Zukunft besser auf diese neue Situation abzustimmen ist. Tools wie Workdate können Dir bei der Umsetzung behilflich sein.

3. Viele Wege führen zu Hybrid Work

Jede Organisation hat ihre Eigenheiten. Den einen richtigen Weg zu Hybrid Work, das eine Patentrezept für jede Organisation, gibt es folglich nicht. Doch ohne das Wagnis dieser Transformation werden Fachkräfte auf Dauer schwieriger zu gewinnen sein und schließlich die notwendigen Erfolge ausbleiben. Jeder einzelne Mensch muss sich jetzt Gedanken darüber machen, wie er demnächst arbeiten möchte und welche Skills er dafür braucht. Alle zusammen sind als die Organisationen, Talente, Stakeholder, Kunden und Märkte miteinander verwoben und stehen vor der gleichen Herausforderung dieses Wandels.

Neue Skills, unbekannte Arbeitsformen und Arbeitsplätze, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können?

Die gute Nachricht ist, dass nicht jeder bei null anfangen muss, weil es bereits etliche Organisationen auf der Welt gibt, die diesen Change längst vollzogen haben. Einige von diesen Pionieren haben gar kein Büro mehr oder hatten nie eins. Automattic, die Firma des WordPress Entwicklers Matt Mullenweg zum Beispiel oder wir bei Workdate selbst. Weiterhin verfolgen viele erfolgreiche Unternehmen, wie Shopify oder Dropbox, den “Remote-first” Ansatz. Das heißt, sie bieten zwar nach wie vor Büroarbeitsplätze an, die Mitarbeiter*innen arbeiten aber remote, beispielsweise aus dem Homeoffice. Andere Organisationen beginnen mit der Flexibilisierung der Arbeitszeit, bieten vier-Tage-Wochen an oder haben das Prinzip der Holocracy eingeführt – ein Organisationskonzept für mehr Transparenz und Agilität des Unternehmens. Auch derartige Überlegungen sollten Teil des Wandels und stets an die Bedürfnisse der Organisation angepasst sein. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom.

Wie Strategien für den Aufbau eines stabilen Hybrid-Work Teams aus Festangestellten und Freiberuflern aussehen können und wie andere Unternehmen das bereits umsetzen, liest Du demnächst hier im Blog!

Virtuelle Kaffeepausen im Homeoffice

Zufällige Begegnungen am Kaffeeautomaten, gemeinsame Mittagspausen in der Kantine oder kurze Gespräche auf dem Flur – all das fällt zuzeit weg. Helft euren Mitarbeitenden dabei, den persönlichen Kontakt zu KollegInnen aufrechtzuerhalten – zumindest virtuell. Workdate wählt Teilnehmende nach dem Zufallsprinzip aus und organisiert virtuelle Kaffeepausen via Microsoft Teams, Zoom, Google Meet oder WebEx.

Infos anfordern

FAQ: Hybride Arbeit

Was ist hybride Arbeit?

Hybride Arbeit bezieht sich auf eine Arbeitsweise, bei der Mitarbeiter sowohl von zu Hause als auch vom Büro oder einem anderen Ort aus arbeiten können. Es kombiniert Elemente des Homeoffice und der Präsenzarbeit und ermöglicht den Mitarbeitern mehr Flexibilität und Freiheit bei der Wahl ihres Arbeitsortes.

Was ist ein Hybrid Office?

Ein Hybrid Office ist ein Arbeitsplatzkonzept, das flexible Arbeitsmodelle wie Remote-Arbeit und Büroarbeit kombiniert. Es bietet den Mitarbeitern die Möglichkeit, je nach Bedarf und Aufgabenstellung zwischen dem Büro und anderen Arbeitsorten zu wechseln und verschiedene Arbeitsumgebungen zu nutzen.

Welche Hybride Arbeitsmodelle gibt es?

Es gibt verschiedene hybride Arbeitsmodelle, darunter:

Teilweise remote: Mitarbeiter arbeiten an einigen Tagen der Woche im Büro und an anderen Tagen von zu Hause oder einem anderen Ort aus.

Rotationsmodell: Es wird ein Rotationsplan erstellt, bei dem verschiedene Teams oder Mitarbeitergruppen abwechselnd im Büro oder von zu Hause aus arbeiten.

Flexibles Modell: Mitarbeiter können selbst entscheiden, wann sie im Büro arbeiten und wann sie von zu Hause aus arbeiten möchten, je nach Aufgabenstellung und Präferenz.

Präsenztage: Mitarbeiter haben feste Tage, an denen sie im Büro anwesend sein müssen, während sie an anderen Tagen remote arbeiten können.

Diese Modelle können je nach Unternehmen, Branche und individuellen Bedürfnissen angepasst werden.

Wie gelingt hybrides Arbeiten?

Technologie: Investiere in die richtige technische Ausstattung wie Video- und Audiokonferenzsysteme, Projektmanagement-Tools und sichere Fernzugriffsoptionen, um eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Büro und Remote-Teammitgliedern sicherzustellen.

Kommunikation: Klare und regelmäßige Kommunikation sind entscheidend. Nutze Kommunikationstools wie E-Mails, Chat-Plattformen oder Videokonferenzen, um effektiv mit Kollegen und Vorgesetzten zu kommunizieren.

Flexibilität: Biete den Mitarbeitenden Flexibilität bei der Wahl ihres Arbeitsortes und ihrer Arbeitszeiten, um eine gute Work-Life-Balance zu ermöglichen.

Klare Erwartungen: Definiere klare Erwartungen und Arbeitsziele für jeden Mitarbeitenden, unabhängig vom Arbeitsort. Kommuniziere auch die Zeiten, in denen persönliche Anwesenheit im Büro erforderlich ist.

Feedback und Unterstützung: Regelmäßiges Feedback und Unterstützung sind für hybrides Arbeiten entscheidend. Prüfe, wie die Mitarbeitenden ihre Arbeit erledigen und biete ihnen die notwendige Unterstützung.

Gleichberechtigt behandeln: Stelle sicher, dass alle Mitarbeiter, unabhängig von ihrem Arbeitsort, gleiche Chancen erhalten und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
Indem diese Punkte berücksichtigt werden, kann hybrides Arbeiten erfolgreich umgesetzt werden.

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